Eisvogel

Steckbrief:

 

Falls Sie schon einmal bei einem Spaziergang entlang des Büttelborner „Landgrabens“ oder der „Moorlöcher“ etwas schillernd Buntes, pfeilschnell über die Wasseroberfläche fliegen sahen, so war das sehr wahrscheinlich einer der bei uns heimischen Eisvögel. Sie sind - ganz ohne Übertreibung - „fliegende Edelsteine“. So außergewöhnlich schön ihr Gefieder ist, die „Sauberkeit“ ihrer Kinderstuben in Steilabbrüchen von Gewässern oder Wurzeltellern entspricht nicht unbedingt ihrem Erscheinungsbild. Die relativ zahlreichen Jungen, die am Ende der Brutröhre im sog. „Brutkessel“ sitzen, folgen einer bemerkenswert fairen Verhaltensweise: Wenn ein Jungvogel seine Ration erhalten hat, dreht sich das Futterkarussel, sodass jeder der Jungen einmal an die Reihe kommt. Somit herrscht nicht – wie sonst häufig – das Prinzip des Stärkeren. Die Hinterlassenschaften verbleiben in der Röhre, sodass sich mit der Zeit die hygienischen Zustände verschlimmern und es, nach menschlichen Maßstäben, sprichwörtlich „zum Himmel stinkt“ (Ammoniakgeruch).

 

Der Eisvogel ist relativ klein und trotz seines schillernden Gefieders nicht leicht zu entdecken, wenn er ruhig und beobachtend auf einem Ast über der Wasseroberfläche nach Beute Ausschau hält. Hat er einen kleinen Fisch, Frosch oder eine Kaulquappe entdeckt, stößt er blitzschnell von seiner Warte mit geöffneten Augen (diese sind durch eine Nickhaut geschützt) ins Wasser und erbeutet so mit etwas Glück seine Nahrung. An der Lage des Beutefisches im Schnabel kann man übrigens gut erkennen, ob es sich um einen „Eigenverzehr“ handelt (dann zeigt der Fisch mit dem Kopf zum Körper des Vogels), oder ob der Fisch als Futter für die Jungen dienen soll (dann zeigt der Fischkopf zur Schnabelspitze). Dadurch werden Verletzungen durch Gräten oder Schuppen vermieden.

 

Wie können Sie helfen?

 

Verhalten Sie sich bitte ganz ruhig und leise wenn Sie einen Eisvogel beobachten, und genießen Sie einfach den Anblick dieses kleinen Juwels. Die Vögel stehen leider auf der Liste der bedrohten Arten und ihr Bestand schwankt im Laufe der Zeit z.T. sehr erheblich. Da die Vögel hier bei uns überwintern, kann es in strengen Wintern mit vielerorts gefrorenen Gewässeroberflächen zu erheblichen Verlusten kommen, denn die Vögel müssen ständig fressen um nicht zu erfrieren.

 

Der NABU Büttelborn hilft den Tieren auch durch den Bau künstlicher Nisthilfen – wenn Sie uns dabei finanziell unterstützen wollen, würde uns das sehr freuen und unsere Arbeit erleichtern. Setzen Sie sich bitte auch nach Möglichkeit für den Erhalt natürlicher und unbelasteter Bach- und Flussläufe ein. Bei regulierten Gewässern mit befestigten Uferböschungen kann ein Eisvogel meist keine Brutröhre graben und hat somit, ohne menschliche Hilfe, keine Chance sich zu Vermehren. [ck 03.2019]

Möchten Sie einmal kurz zuhören?

Copyright Audio-file: Charlie Bodin (www.xeno-canto.com)


Fotos: NABU Büttelborn (Ott/Leimbach/Ruschitschka)