Waldpflanzen bei Büttelborn


Wer glaubt, dass es nur auf sonnigen Wiesen hübsche  Blumen zu bestaunen gibt, der hat vermutlich noch nie einen Frühjahrswald gesehen, der mit blühenden Buschwindröschen, Primeln oder Märzenbechern bedeckt war.

  

Kleiner Knigge für Spaziergänge durch den Wald:

 

Bitte pflücken Sie keine Pflanzen.

 

Bitte entnehmen Sie auch auf keinen Fall geschützte oder seltene Pflanzen der freien Natur, um sie bei sich im Garten anzusiedeln. Dies wird meist nicht gelingen, da viele Pflanzen des Waldes auf sehr spezielle Bedingungen angewiesen sind, die in Gärten meist nicht vorhanden sind.

 

Bitte halten Sie sich an die Wege und Stege und laufen Sie nicht querfeldein durch den Wald.  (03.2019 [ck)

 

Fotos: NABU Büttelborn (OR)


Waldblumen rund um Büttelborn


Buschwindröschen (Anemone nemerosa)

Teppiche voll weißer Blüten im Frühjahrswald? Das sind meist Buschwindröschen. Im Frühling treibt die Pflanze ziemlich schnell aus, um im Frühsommer, wenn das Laub der Bäume das Sonnenlicht bereits schluckt, ihre Blütezeit schon wieder zu beenden.

 

Laub- und  Mischwälder mit feuchten Böden werden von dieser zierlichen Pflanze mit den weiß bis rosafarbene Blütenblättern gerne besiedelt und bilden – wenn sie nicht gestört werden – mit der Zeit größere Bestände. Sie verschließt ihre Blüten übrigens bei Regen oder Dunkelheit und ist auf die Bestäubung durch Bienen und Fliegen angewiesen. Die reifen Samen wiederum werden durch Ameisen weiterverbreitet.

 

Das Buschwindröschen ist giftig (Anemonin/ Protoememonin) uns steht unter Naturschutz.

 

Fotos: NABU Büttelborn [OR]


Märzenbecher (Leukójum vernum)

Märzenbecher? Frühlings-Knotenblume? Sommertürchen? Nun, wie auch immer man dieses hübsche Amaryllis-Gewächs auch immer nennen mag, ist ihm doch eines gemeinsam: es ist leider hier bei uns im Hessischen Ried sehr selten geworden.

 

Der Märzenbecher trägt ab ca. Februar eine weiße, glockenförmige, duftende Blüte mit sechs Blütenblättern pro Stängel und kommt hier bei uns vereinzelt noch in Auwäldern, in feuchten Laubwäldern und auf Wiesen vor.

 

Die Pflanze enthält verschiedene Alkaloide, unter anderem Leucojin und ist somit giftig. In der  Pflanzenheilkunde wird sie nicht genutzt.

 

Bitte pflücken Sie die Pflanze nicht, denn es gibt wirklich nur noch sehr vereinzelte Vorkommen dieser typischen Frühlingsblume hier bei uns rund um Büttelborn, und sie steht außerdem  unter Naturschutz.

Foto: NABU Büttelborn (OR)
Foto: NABU Büttelborn (OR)

Fotos: NABU Büttelborn (OR)

Reihe wird fortgesetzt...