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Die wichtigsten Flächen des Natur- und Landschaftsschutzgebiets „Bruchwiesen bei Büttelborn“ sind jetzt im NABU-Eigentum

 

Liebe Naturbegeisterte,

 

es hat uns viel Mühe und Herzblut gekostet, aber wir haben es geschafft!

Innerhalb nur eines Jahres ist es dem NABU gelungen, durch die Förderung unseres Projektes:

 

„Die Büttelborner Bruchwiesen – Lebenswerte Vielfalt: Ein Projekt zur Verbesserung der Lebensraumqualität von seltenen Vogelarten der Feuchtgebiete und zur Revitalisierung eines Niedermoores im EU-Vogelschutzgebiet Hessische Altneckarschlingen“

 

insgesamt rund 14 ha wertvolle Feuchtgebietsflächen im Bereich der „Bruchwiesen bei Büttelborn“ aufzukaufen und in das Eigentum der "NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe" des NABU-Landesverbandes zu überführen.

Foto: NABU Büttelborn (Carten Ott) "Gesamtes Gebiet" (Blickrichtung Nordwest)
Foto: NABU Büttelborn (Carten Ott) "Gesamtes Gebiet" (Blickrichtung Nordwest)
Foto: NABU Büttelborn (Carsten Ott) "Nördlicher Teil" (Blickrichtung: Norden)
Foto: NABU Büttelborn (Carsten Ott) "Nördlicher Teil" (Blickrichtung: Norden)
Foto: NABU Büttelborn (Carsten Ott) "Südlicher Teil" (Blickrichtung: Süden)
Foto: NABU Büttelborn (Carsten Ott) "Südlicher Teil" (Blickrichtung: Süden)
Foto: NABU Büttelborn (Carsten Ott) "Östlicher Teil" (Blickrichtung: Südost)
Foto: NABU Büttelborn (Carsten Ott) "Östlicher Teil" (Blickrichtung: Südost)

Die Altneckarbereiche bei Büttelborn gehören zu den bedeutendsten Lebensräumen für Vogelarten der Feuchtgebiete in ganz Hessen. Für die Artengruppe der seltenen Rallen sind die „Bruchwiesen“ sogar das beste Gebiet in Hessen.

 

Die größte Sensation ist hierbei das extrem seltene Zwergsumpfhuhn, das über 100 Jahre in Hessen und über viele Jahrzehnte in Deutschland als ausgestorben galt. Die hessischen Vorkommen waren zuletzt die einzigen in Deutschland. Zwischenzeitlich hielt sich mit 2-3 Paaren und weiteren zehn Rufern rund ein Fünftel der für Mitteleuropa geschätzten Brutpopulation in den Büttelborner Wiesen auf.

 

Weitere seltene Rallen mit regelmäßigem Vorkommen sind Tüpfelsumpfhuhn, Wachtelkönig und Wasserralle. Für viele andere Vogelarten der Feuchtgebiete wie Rohrweihe, Weißstorch und Blaukehlchen hat das Gebiet landesweite Bedeutung.

 

Das Kartenblatt, in dem die Büttelborner Altneckarbereiche liegen, weist mit 120 Brutvogelarten die höchsten Artenzahlen in Hessen auf. Es wurde vom Bundesamt für Naturschutz als „Hotspot der biologischen Vielfalt“ identifiziert.

Wir streben mit unserem Projekt auch den Erhalt und die Revitalisierung eines Niedermoors an. Da Niedermoore große Mengen klimaschädlicher Gase binden, ist das, was wir hier tun, auch angewandter Klimaschutz.

 

 

Die Initiative für das Projekt ging von den NABU-Aktiven in Büttelborn aus. Die Projektbeschreibung und Anträge zur Förderung wurden vom NABU Büttelborn erstellt bzw. vorbereitet und durch den NABU-Landesverband eingereicht. Beim NABU-Landesverband sowie dem NABU Kreisverband Groß-Gerau liegt nun auch die Leitung dieses überregionalen Projektes, die Gruppe Büttelborn ist in die Arbeitsgruppe mit einbezogen.  Ferner wurden auch beim Kreis Groß-Gerau und der Gemeinde Büttelborn entsprechende Förderanträge gestellt, für die erfolgreich durch die NABU-Aktiven geworben wurden.

Die Flächenkäufe und die Durchführung von Maßnahmen zur Steigerung der Lebensraumqualität gefährdeter Vogelarten, wurden durch finanzielle Unterstützung folgender Institutionen und Personen ermöglicht: 

 

§  Bund und Land Hessen  im Rahmen des GAK-Programmes 

 

§  Landkreis Groß-Gerau (Untere Naturschutzbehörde UNB)

 

§  Gemeinde Büttelborn

 

§  Privatpersonen und Institutionen im Rahmen großzügiger Spenden

 

Für alle diese Zuwendungen möchten wir uns ganz herzlich bedanken! Außerdem sind in nicht unerheblichem Maße Finanzmittel des NABU-Landesverbandes, des NABU-Kreisverbandes und der NABU-Gruppe Büttelborn in das Projekt eingeflossen.

Wir danken ferner den vielen NABU-Gruppen bundesweit, die uns unterstützt haben. Besondere Erwähnung soll hierbei die NABU-Gruppe Walldorf finden, die uns einen besonders großen Betrag zur Deckung der notwendigen Eigenanteile zur Verfügung stellte. Nur durch diese großartige Unterstützung konnte dieses NABU-Schutzgebiet hier bei uns entstehen.

Wir bedanken uns außerdem ausdrücklich bei den Mitarbeiter(inne)n der NABU-Landesgeschäftsstelle Hessen und des Regierungspräsidiums Darmstadt (Obere Naturschutzbehörde) für ihr großes Engagement in der Sache und die gute Betreuung unserer Förderanträge.

 

Lage des neues NABU Schutzgebietes südwestlich der Gemeinde Büttelborn

Graphik: NABU Büttelborn (ck)

 

Freuen Sie sich also mit allen Natur- und Vogelschützern, die mit ihren Ideen, ihrem tatkräftigen Handeln und ihrem Herzblut dazu beigetragen haben, dieses Naturschutz-Juwel inmitten des Rhein-Main-Gebiets für Sie und für bedrohte Tiere und Pflanzenarten langfristig zu erhalten und zu entwickeln. 

P.S. Da wir in Zukunft noch weitere Grundstückskäufe und Naturschutzmaßnahmen tätigen wollen, für die uns noch das Geld fehlt, nehmen wir gerne auch weiterhin Spenden für unser Projekt an …

(mw/hä/ck  03.2019)

 

Vierbeinige Landschaftspfleger

Foto: NABU Büttelborn (ck)
Foto: NABU Büttelborn (ck)

Die  „Bruchwiesen bei Büttelborn“ haben seit dem 8 Juni einige fleißige Helfer hinzubekommen: acht junge Galloway Rinder, sowie sechs Rinder der Rasse „Rotes Höhenvieh“. Sie werden sich in den nächsten Monaten darum bemühen, im Schutzgebiet  Gebüsch zu reduzieren und die Vegetation kurzzuhalten. Beide Rassen eignen sich ausgezeichnet für derartige Landschaftspflegemaßnahmen.

 

Bettina Fay’s „Rotes Höhenvieh“ und die Galloways von  Helko Fischer stellen ab jetzt eine Bereicherung für die  Kulturlandschaft der alten Neckarschlingen dar, und sind vermutlich auch ein ungewohnter Anblick für Spaziergänger entlang der Wirtschaftswege im Schutzgebiet.

 

Seit dem 15 Juli kamen nun auch noch acht Galloway Jungbullen auf ein weiteres, etwas nördlich gelegenes und derzeit noch stark verbuschtes Gebiet, die sogenannte "Backsteinhütte" oder "Backstoahitt" hinzu. Auch dort sollen die Huftieren nun im Sinne des Naturschutzes, ihrer landschaftspflegerischen Aufgabe nachgehen.

 

Wir bitten jedoch darum, Abstand zu den elektrischen Weidezäunen zu halten, die Tiere nicht anzufassen oder zu füttern. Auch den Hund an einer kurzen Leine zu lassen, sollte für Hundebesitzer eine Selbstverständlichkeit darstellen.

 

Freuen Sie sich also mit uns vom NABU, dass die Gemeinde - nach vielen Jahren ohne Großviehbestand – nun wieder ein paar der wunderschönen Tiere in unmittelbarer Nähe hat. [ck 07/19]

 

Impressionen aus den Bruchwiesen

Fotos: NABU-Büttelborn (OR)