Zwergsumpfhuhn

Steckbrief:

 

Das NABU Schutzgebiet „Bruchwiesen bei Büttelborn“ und die angrenzenden Wiesen, beherbergen in vielen Sommern eine echte Rarität: das Zwergsumpfhuhn (Porzana pusilla). Es ist die kleinste in Europa vorkommende Rallenart und vermutlich auch die seltenste.

 

Sie galt in Deutschland über 100 Jahre lang als ausgestorben, kommt nun aber zum Glück ganz vereinzelt wieder in Hessen vor. Außer in der Wetterau und hier bei uns, gibt es deutschlandweit keine weiteren bekannten Vorkommen. Meist halten sich im Sommer 2-3 Brutpaare in den Büttelborner Bruchwiesen auf – das ist rund ein Fünftel der gesamten mitteleuropäischen Brutpopulation.

 

Der kleine, zimtbraune Vogel mit den großen Füssen und der markanten, rote Iris hat ein Gewicht von nur rund 50 g, ist jedoch so gut wie nie zu beobachten, da er extrem heimlich ist und bei Beunruhigungen sofort in dichte Vegetation flieht.

 

Auch die akustische Bestimmung ist nicht einfach, denn der Ruf trägt nur über eine kurze Distanz und ähnelt dem des Wasserfrosches. Gebrütet wird inmitten dichter Seggen oder im Schilf. Die Nahrungsgrundlage bilden Insekten, Schnecken oder Pflanzensamen.

 

Im Herbst machen sich diese Zugvögel dann auf den Weg, im Mittelmeerraum oder teilweise sogar im südlichen Afrika den Winter zu verbringen.

 

Wie können Sie helfen?

  

Helfen Sie bitte mit, die verbliebenen Niedermoore und Feuchtwiesen bei uns zu erhalten. Setzen Sie sich mit uns zusammen dafür ein, das NABU Schutzgebiet „Bruchwiesen bei Büttelborn“ nach Möglichkeit noch zu erweitern.

 

Lassen Sie, falls Sie einen Hund haben, diesen bitte angeleint, wenn Sie in der Nähe der Wiesen rund um unsere Gemeinde unterwegs sind. Die Vögel sind, wie bereits erwähnt, extrem scheu und verlassen bei Störungen eventuell sogar ihr Gelege. Das wäre, nicht zuletzt angesichts der außerordentlichen Seltenheit dieser kleinen Vögel, eine Katastrophe.  (ck/ 03.2019)

Möchten Sie einmal kurz zuhören?

Copyright Audio-file: Frank A. Roos (www.xeno-canto.org)


Foto: Archiv Vogelschutzwarte (Steffen Koschkar)
Foto: Archiv Vogelschutzwarte (Steffen Koschkar)