NABU Schutzgebiet Bruchwiesen Büttelborn

Ein Schatz der Natur...

...auf den die Büttelborner sehr stolz sein können!

 

In der südwestlichen Gemarkung Büttelborns erstreckt sich das Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Bruchwiesen bei Büttelborn“. Heute ist es kaum zu glauben, dass noch vor gut 10.000 Jahren der Neckar durch das Hessische Ried direkt an Büttelborn vorbei floss, um bei Trebur zu münden. Noch heute ist das Altneckarbett in weiten Bereichen als Vertiefung im Gelände nachzuvollziehen. Zu Zeiten der Römer war der Altneckar wohl noch zu Teilen schiffbar und ältere Büttelborner erinnern sich, dass die Wiesen früher im Winter regelmäßig so nass waren, dass man darauf Schlittschuh laufen konnte.

 

Die Altneckarschlingen bei Büttelborn bestehen aus Feuchtgebiets-Komplexen im verlandeten Flusslauf mit einer Vielzahl eng miteinander verzahnter, vom Grundwasser beeinflusster Lebensräume. Für den Naturschutz besonders wichtig sind Feucht- und Nasswiesen, Röhrichte sowie feuchte Erlen- und Eichenwälder. Im Jahr 1997 wurden die „Bruchwiesen“ auf beständiges Betreiben der Naturschutzverbände NABU und HGON Naturschutzgebiet. Seit 2004 haben sie das Prädikat des EU-Vogelschutzgebietes und dienen dem Schutz des europäischen Naturerbes.  

 

Für die Büttelborner Bürger sind die Bruchwiesen und das gleichfalls im Altneckarbett liegende Moorloch-Umfeld das wichtigste Naherholungs- und Naturerlebnisgebiet: Denn wo sonst in Hessen kann man über 20 Brutpaare Weißstörche zum Teil imposant auf Bäumen brütend bestaunen? Wo sonst kann man ortsnah brütende Graureiher, Blaukehlchen, Eisvögel, Kuckucke oder Pirole bewundern?

 

Seitdem die Bruchwiesen unter Schutz stehen und die Grundwasserstände wieder angestiegen sind, hat sich das Naturschutzgebiet sehr positiv entwickelt. Dies gilt ebenso für das südlich angrenzende Naturschutzgebiet „Torfkaute-Bannholz“. Das Kartenblatt, in dem die Büttelborner Altneckarbereiche liegen, weist mit 120 Brutvogelarten die höchsten Artenzahlen in Hessen auf. Es wurde vom Bundesamt für Naturschutz als „Hotspot der Biologischen Vielfalt“ identifiziert.

 

Für Sumpfvögel wie seltene Rallen gehören die „Bruchwiesen“ zu den wichtigsten Gebieten Hessens. Die größte Sensation ist hierbei das extrem seltene Zwergsumpfhuhn, das über 100 Jahre in Deutschland als ausgestorben galt. Die hessischen Vorkommen sind die einzigen in Deutschland. Zwischenzeitlich hielt sich mit 2-3 Paaren und weiteren 10 Rufern rund ein Fünftel der für Mitteleuropa geschätzten Brutpopulation(!) in den Büttelborner Wiesen auf. Angesichts der Bedeutung und Verantwortung, die Büttelborn allein für diese Art trägt, ist es unbedingt notwendig, die Bruchwiesen in ihrer derzeit nassen Ausprägung zu erhalten und ein Management der Lebensräume sicherzustellen.

Die Bürger Büttelborns sollten daher alle gemeinsam daran arbeiten, die einzigartigen und hoch schutzwürdigen Gebiete in den Altneckarschlingen zu bewahren und in eine für den Naturschutz positive Richtung zu entwickeln. Letzten Endes geht es hier um den Erhalt der Natur als Lebensraum und Heimat – auch für uns Menschen!

Ø     Das Vorkommen seltener Vogelarten ist auch ein Maß für den Naturerholungswert der Landschaft und damit für die Lebensqualität der Menschen in Büttelborn. Alle Naturschutzgebiete in der Gemarkung mit ihrer vielfältigen Fauna und Flora gehen auf den NABU Büttelborn zurück. Wir möchten die Bruchwiesen und die anderen Schutzgebiete als Teil unserer Heimat erhalten und in eine für den Naturschutz positive Richtung entwickeln!  

 

Aktuelles aus den Bruchwiesen

Kranichzug 2017

Verstärkter Kranichzug über Südhessen - Rast in den Büttelborner Bruchwiesen. mehr

Vortrag Bruchwiesen